DIE SPORTFOTOGRAFIE

oder learning by doing

 

Über meine Begeisterung für Sport bin ich durch Zufall zur Fotografie gekommen. Daraus entwickelte sich schnell eine Leidenschaft mit der Ambition schöne Fotos für ein bekanntes Fussballportal im Amateurbereich zu machen. Also stehe ich jetzt Wochenende für Wochenende nah am Spielfeldrand und fotografiere die Sportmannschaften in unserer Umgebung.

 

Wie es die Profis machen…

Hier ist gleich vorweg zu sagen das die professionelle Sportfotografie eine extreme Materialschlacht ist. Es kommen fast ausschließlich Spiegelreflex-Flagship-Modelle von Canon und Nikon zum Einsatz. Diese Bodys alleine kosten mehr als 6000€.

Oben drauf kommen dann noch die Objektive. Und hier ist das wohl meist genutzte Canon EF 70-200mm 1:2,8 L mit knapp 2100 € noch preiswert. Wenns ein wenig länger sein soll, wird man mit dem 300mm f2,8 ab 6400€ und dem 600mm f4.0 ab 10.500€ bedient.

 

Es geht aber auch deutlich preiswerter… vor allem für den Amateurbereich:

hier z.B. die U16 des FC Bayern München
hier z.B. die U16 des FC Bayern München

meine damalige Ausrüstung:

NIKON D7200 mit Nikkor 300mm F2.8

NIKON D7200 mit Sigma 70-200   F2,8

                         und Sigma 50-500   F4

 

 

Mittlerweile meine Hauptkamera: Nikon D500 mit Nikkor 70-200 FL und

die Nikon D3s mit dem Sigma 120-300mm F2.8

 

Manfrotto Element Einbeinstativ bis 150cm

 

Brennweite, je länger desto besser…

Für gute Sportfotos braucht man in erster Linie eine lange Brennweite, z.B. bis 300 beim Fussball ist eine halbe Seite des Platzes. Ob Zoomobjektiv oder Festbrennweite spielt eigentlich keine Rolle. Allerdings würde ich zu Beginn immer ein Zoom Objektiv empfehlen. Die Brennweite sollte so ab 70mm starten. Es gilt gerade bei Feldsportarten: je länger desto besser. Man will ja schließlich nicht nur die Action 10m vor dem eigenen Standort einfangen. Da positioniert man sich am besten etwas seitlich vom Tor oder auf der Hälfte der Seitenauslinie.

Blende, je größer desto teurer…

Die längste Brennweite bringt einem aber nun mal gar nichts, wenn zuwenig Licht im Spiel ist. Bei strahlendem Sonnenschein spielt die Blendengröße kaum eine Rolle. Blende 6-8 bringt bei den meisten Objektiven eh die schärfsten Ergebnisse. Und die nötige Verschlusszeit von mindestens 800 um Bewegungen einzufrieren schafft bei Sonnenschein fast jedes Objektiv.

Bei bewölktem Himmel sieht die Sache schon ein wenig anders aus. Hier wird man, mit einem langsamen Objektiv, vor die Entscheidung gestellt: ISO hoch oder Verschlusszeit runter. Hat man eine topmoderne Vollformat Kamera kann man vieles durch den ISO Wert ausgleichen. Alle anderen haben entweder verrauschte oder „bewegungsunscharfe“ Bilder.

Der Kamerabody ist zweitrangig…

Wir wissen nun schon mal das lange und schnelle Objektive von Vorteil sind. Bei der Kamera an sich gibt es an sich gar nicht so viel verkehrt zu machen. Als Faustformel gilt das es deutlich besser ist in gutes Glas als in das neuste Kameramodell zu investieren. Die Kombination gutes Objektiv/schlechte Kamera schlägt in jedem Fall die Kombi schlechtes Objektiv/gute Kamera.

Pluspunkte beim Kamerabody sind:

  • ein gutes Rauschverhalten bei hohen ISO Werten
  • ein schneller Autofokus
  • eine gute Serienbildgeschwindigkeit
  • jedoch möcht ich sagen das die etwas teueren Kamera`s auch mehr Messfelder haben und so deutlich mehr Treffer zustande kommen.

Ohne sehr viel Geld für die Top Kameras auszugeben zu müssen, wie etwa Nikon D5 oder D4 die weit über € 5000.- liegen mein Kompromiss bei der Nikon D7200. Für den Amateurbereich völlig ausreichend.

Ich möchte in diesem Artikel näher darauf eingehen, welche Objektive für Sportfotografie notwendig sind. Grundsätzlich gilt, dass man mit beinahe jeder aktuellen Kamera gute Sportaufnahmen machen kann. Bei den Objektiven sieht das leider etwas anders aus. Hier ist sind besonders drei Faktoren entscheidend, damit Sportfotos gelingen: ein schneller Autofokus-Motor, Lichtstärke und die passende Brennweite. Im Bereich bis 400mm benötigt man in der professionellen Sportfotografie eine durchgängige Lichtstärke von f/2.8. Nur damit ist sichergestellt, dass man auch bei schlechten Lichtverhältnissen ausreichend kurze Verschlusszeiten realisieren kann und das Hauptmotiv gegenüber dem Vorder- und Hintergrund freistellen kann. Wer Sport nur zum Hobby fotografiert, kann auch auf günstigere Objektive mit durchgängiger Blende f/4.0 ausweichen. Zoombjektive mit variabler Blende sollten jedoch vermieden werden, weil dadurch das Freistellpotenzial merklich leidet und diese Art Objektive meist auch in Punkto Verarbeitung und Autofokus schwächer sind. Bezüglich der Brennweite lässt sich keine pauschale Empfehlung geben. Die passende Brennweite ist natürlich abhängig von der Sportart und der jeweiligen Position sowie der gewünschten Bildwirkung. Grundsätzlich kommen in der Sportfotografie Brennweiten von 8-600mm zum Einsatz.

Fußball

300 oder 400mm f/2.8 an der Hauptkamera
70-200mm f/2.8 an der Zweitkamera für Szenen im Strafraum
24-70mm f/2.8 an der Drittkamera für Jubelszenen und Eckbälle
Weitwinkel bis 24mm für eine Hintertor-Kamera oder für spezielle Features

Hallensport (Handball, Basketball, Volleyball, Ice-Hockey)

24-70mm f/2.8 und 70-200 f/2.8 oder 200mm f/2.0 für Action in meiner Spielfeldhälfte
400mm f/2.8 für Action in entgegengesetzter Spielfeldhälfte
14-24mm f/2.8 für eine Remote-Kamera

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